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Fermer
8 Juni 2023 | Lawrence.Rollier |
Für dieses Konzert greift die Harmonie Municipale d’Esch/Alzette in die Vollen: Sie spielt Klassiker, die jede:r schon mal als Ohrwurm im Kopf hatte, darunter Stücke aus Der Herr der Ringe oder Die Chroniken von Narnia. Auch den prägnanten Kompositionen, die John Williams für die Harry Potter-Filmreihe schrieb, kann das Publikum lauschen – und sich so nach Hogwarts in die Zauberschule träumen. Es braucht an diesem Abend für Klein und Groß tatsächlich nur wenige Töne, um sich in magische Welten entführen zu lassen. Begleitet wird die musikalische Reise durch atmosphärische Bild- Projektionen.
„Von Herzen – möge es wieder – zu Herzen gehen!“ So lautet die Widmung, die der deutsche Komponist Ludwig van Beethoven seiner berühmten Missa Solemnis voranstellte. Auch an diesem Abend wird die Harmonie Municipale d’Esch/Alzette die Werte, die Beethoven hochhielt, feiern, darunter die Brüderlichkeit, Freiheit und Solidarität. Die Ouvertüre Leonore n°3 aus seiner Oper Fidelio bezieht sich auf eine Ehefrau, die sich als Gefängniswärter verkleidet, um ihren unschuldig eingesperrten Mann zu befreien. Im Anschluss wagen sich die Musiker:innen an die berühmte Neunte Symphonie, in der Beethoven die Vision einer umfassenden Menschenliebe zelebriert.
Einführung des Konzerts von Jean Thill um 19:30 Uhr, am ersten Abend auf Französisch, am zweiten Abend auf Luxemburgisch.
DE Ein Feuer, das um sich greift! Auf der Flamenco-Biennale in Sevilla war diese Inszenierung 2022 einer der großen Publikumserfolge. Lucía Álvarez la Piňona trägt im Laufe dieser Vorstellung die Leidenschaft nach außen, auf die Bühne und ins Publikum: Es geht bei ihrer vibrierenden Darbietung um Lust und Obsession, um die Sehnsüchte, die einen Körper erzittern lassen. In Einzelsequenzen zeigt sich die Tänzerin aus Andalusien so offenherzig wie verletzlich. So gehen Introspektion und Expressivität ein einmaliges Bündnis ein. Verstärkt und gerahmt wird diese Performance durch Gitarrenklänge und fünf Sänger.
ES Lucía la Piñona, que se describe como “incansable, exce siva, pasional, sensible y contradictoria”, ha ido en busca de su ser y sus sentires más íntimos, más espirituales y más corpóreos, “dispuesta a empaparse, tambalearse, seducir y desplomarse” (Kiko Valle). En Insaciable, espectáculo estrenado con éxito en la Bienal de Sevilla y triunfante en el de Jerez, Lucía la Piñona explora sus emociones hasta los límites físicos y anímicos de su baile, sin decorado ni dramaturgia, en un viaje esencial construido sobre lo sensorial y guiado por el deseo y la curiosidad.
Im Rahmen von FlamencoFestival Esch
Jeder Schritt ist politisch, jede Bewegung zugleich spielerisch: In All I Need konfrontiert der Choreograf Edouard Hue neun Tänzer:innen mit einer Welt im krassen Wandel. Mal beben ihre Körper, verzerrt vor Wut, mal paradieren sie im Slip, gefangen in soldatischer Haltung. Welche Energie werden diese Körper freisetzen? Werden sie die Fäuste ballen oder sich die Hände reichen? Der zeitgenössische Kommentar zur Spaltung westlicher Gesellschaft wird in Hues Choreografie ergänzt durch spontanen, ja brutalen Witz. Die Bewegungen auf der Bühne entsprechen dabei dem japanischen Go-Spiel: Es geht um Ausgleich und Sieg, um Strategie und Weitsicht.
Willkommen in dem Zimmer, das eigenen Gesetzen gehorcht. In ihm muss sich der Künstler Pierric Tenthorey zurechtfinden. Der Lichtkegel zeigt in absonderliche Richtungen, auch die Gegenstände gehorchen ihm nicht. Was ist hier los? Und was erwartet einen erst draußen, in der großen, weiten Welt? Das Fauchen eines Tigers verheißt jedenfalls nichts Gutes. In der bekannten Mischung aus Slapstick, Magie, Tanz und Theater versucht Pierric, die unwägbare Umgebung zu meistern. Dabei kommt er, der 2015 zum Weltmeister der Zauberkunst ernannt wurde, der menschlichen ebenso wie der tierischen Natur erstaunlich nahe.
Was heißt das schon: für immer und ewig? In Forever sucht die Schweizer Choreografin Tabea Martin nach Antworten auf die große Frage bezüglich des Sterbens und der Ewigkeit. Hierfür hat sie während der Konzeptionsphase mit Kindern zusammengearbeitet, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von Anfang und Ende haben. Entstanden ist ein befreiendes Stück für Kinder und Erwachsene, in dem fünf weißgekleidete Personen das Leben und den Tod auf die Bühne bringen. Sie bewegen sich mal wie stolze Götter, mal wie gramgebeugte Menschen, feiern ihr Dasein und spielen wieder und wieder ihr eigenes Ableben.
Zwei Brüder, eine Vision: Christian und François Ben Aïm blicken auf mehr als zwanzig gemeinsame Inszenierungen zurück. In ihrem neuesten Wurf präsentiert das Choreografie-Duo drei Stücke, die das Intime mit dem Nervösen verbinden. Léa Lansade durchwandert im ersten Stück die Nachtseite des Bewusstseins, untermalt von den Métamorphoses nocturnes von György Ligeti. Im zweiten Stück taucht Alex Blondeau in die Nacht ein, sucht einen Weg, der von der Dunkelheit ins Licht führt. Im dritten Stück erkunden schließlich drei Tänzer ihre männlichen Biografien, eingefasst von Wut, Brüderlichkeit und Härte, besänftigt durch die Songs Leonard Cohens.
Nach der Vorstellung bieten wir Ihnen ein Nachgespräch mit den Künstlern im Theatersaal an.
Eine Hosentasche ist unergründlich. Manchmal kommt es vor, dass man darin ein weißes Kaninchen findet und dann hat man alle Hände voll zu tun. Denn solch ein weißes Kaninchen wohnt normalerweise unter dem Hut eines Zauberers. Was soll man mit ihm machen? Soll es essen, trinken, schlafen? So ein Quatsch, mit so einem weißen Kaninchen kann man nur träumen. Mit einfachsten Mitteln und viel Musik erschaffen Melanie Florschütz und Michael Döhnert eine fesselnde Traumzirkuswelt. Unter ihren virtuosen Händen wird das Winzige grandios, das Unbedeutende einzigartig und die Bühne ein Kosmos, in dem alles passieren kann.
Ein Ritual der Trauer und Reinigung: Der Titel dieser Inszenierung nimmt Bezug auf das Ghost Festival, eine religiöse Feier aus Taiwan. Die Lampions, die über dem Wasser schweben, sollen Unglück vertreiben, Wünsche befeuern sowie Tote ehren. Die Tradition hat der Choreograf Po-Cheng Tsai zum Ausgangspunkt seiner Floating Flowers gemacht. Acht Tänzer:innen, gekleidet in hauchdünnen Musselin, scheinen über die Bühnenfläche zu schweben. Mal bauschen sich die Körper auf, mal fallen sie ermattet hernieder. So entsteht eine Meditation über Verlust und Spiritualität. Beim Festival d‘Avignon und vielen Vorstellungen rund um die Welt wurde Floating Flowers begeistert aufgenommen.
Clowns und klassische Musik gehören nicht zusammen? Von wegen! Auf der Bühne legen Julia Moa Caprez und Igor Sellem, bekannt als die Rois Vagabonds, allen Ernst ab. Als Clowns haben die ausgebildeten Musiker und Akrobaten nur ein Ziel: einer anspruchsvollen Partitur Leben einzuhauchen. Das führt zu Verren kungen, Missverständnissen – und jeder Menge Lachern. Denn bei all ihren Widersprüchen gelingt es den beiden Virtuosen, das Publikum mitzunehmen auf eine urkomische Reise quer durch klassische Melodien. Mehr als 600 gefeierte Vorstellungen zeugen von der besonderen Magie dieses Duos.
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